Titelbild: Siama Marjan, 3 Jahre alt, spielt unter einem ITN im Slum Kibera im Südwesten von Nairobi in Kenya (© EPA/Stephen Morrison)
Moskitos sind winzig klein, aber dennoch gefährlicher als große Raubtiere. Schätzungen zufolge sind sie insgesamt für bis zu etwa 1 Million Todesfälle pro Jahr verantwortlich. Allein die von den Blutsauger übertragene Malaria verursachte 2023 rund 597.000 Todesfälle bei etwa 263 Millionen Erkrankungen.
Allein die von Moskitos übertagene Malaria verursachte 2023 rund 597.000 Todesfälle.
Um sich vor ihren Stichen zu schützen, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) heute vor allem LLINs (Long-Lasting Insecticidal Nets), also langzeitinsektizidbehandelte Moskitonetze.
Die Meshtextilien sind einfach zu handhaben, wirksam und kostengünstig zu fertigen. Sie lassen sich auf den Kettenwirkmaschinen von KARL MAYER mit höchster Effizienz und Qualität produzieren. Gewirkte Moskitonetze zeichnen sich durch eine äußerst hohe Verschiebefestigkeit aus.
Schutz auf mechanischem und chemischem Wege
Moskitoschutznetze sollen sowohl als physische Barriere dienen als auch Mücken abtöten oder abschrecken. Gleichzeitig muss eine ausreichende Luftzirkulation ermöglicht werden.
Gängigen Moskitonetze aus PES-Multifilament erfüllen diese Anforderung durch definierte Maschendichten und damit Netzmaschen pro Flächeneinheit. Damit ist der mechanische Schutz gewährleistet.
Zudem müssen die Meshtextilien eine definierte Festigkeit garantieren, damit sich den Mücken kein Schlupfloch bietet. Die WHO empfiehlt eine Berstfestigkeit von mindestens 505 kPa bei einer Feinheit des Multifilamentgarns von 100 den und 220 kPa bei 75 den. 1
Duch eine Ausstattung mit Kontaktinsektiziden bieten die Netze auch auf chemischem Wege Schutz.
Eine Fertigung mit höchster Präzision
Gewirkte Moskitonetze werden überwiegend auf zweibarrigen Trikotmaschinen gefertigt – auf der TM 2 und der HKS 2-M von KARL MAYER. Bei der Verwendung von PES-Filamentgarn werden Modelle mit Feinheiten von E28 oder E 32 eingesetzt. Soll Polyethylen(HDPE)-Monofilamentgarn verarbeitet werden, kommt E 14 zum Einsatz – geringe Abweichungen nach oben und unten sind ebenfalls gebräuchlich. Die beiden Fadenmaterialien unterscheiden sich in puncto Aufmachung, Eigenschaften und Umgang mit den einzusetzenden Insektiziden: Während Gewirke aus PES in der Ausrüstung mit der Chemikalie imprägniert werden, ist das Wirkungsmittel beim HDPE bereits im Granulat enthalten.
Aus den Garnen entstehen auf der TM 2 und HKS 2-M Netze mit höchster Produktivität und Premiumqualität. Durch ihre enorme Präzision erfüllen die Maschinen die hohen Anforderungen an die Dimensionsstabilität und -gleichmäßigkeit der Netzöffnungen, an die Reißfestigkeit der Struktur und an das Flächengewicht. Die Sorgfalt zahlt sich aus, denn Abweichungen des gewirkten Moskitonetzes vom Sollzustand können Menschenleben kosten.
Neben den zweibarrigen Trikotmaschinen kommen für einige Schutzanwendungen auch dreibarrige Modelle in E 18 für die Verarbeitung von Multifilament zum Einsatz.
Moskitonetze – Produkte mit einem enormen Marktpotenzial
Das globale Marktpotenzial von Moskitonetzen ist enorm. Allein in Afrika werden regelmäßig hunderte Millionen langlebige insektizidbehandelte Netze verteilt, die typischerweise alle drei bis fünf Jahre ersetzt werden müssen. Daraus leitet sich ein wiederkehrender Ersatzbedarf ab.
Weiteres Wachstum entsteht, weil Moskitonetze nicht nur ein Gesundheitsprodukt für mehrere Milliarden Menschen, sondern auch zunehmend ein Konsum- und Outdoorprodukt ist. Market Intelo schätzte 2025 das weltweite Marktvolumen auf 3,2
Milliarden US-Dollar. Bis 2034 wird ein Marktvolumen von 5,1 Milliarden US-Dollar bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 5,8 % erwartet.2
Footnotes:
/1/ Specifications for Netting Materials, Roll Back Malaria Cabinet Project, WHO, 2001.
/2/ Mosquito Net Market Research Report 2034